"Die verkaufte Braut"

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Musikschule + Sponsoring = Kultur vor Ort

 

Sponsoring, dieses neudeutsche Wort wird vor allem im Bereich der Kultur immer wieder gebraucht - oder missbraucht ? Sobald es darum geht, sich aus irgendwelchen Verpflichtungen zu verabschieden, kommt dieses Wort ins Spiel. Dabei kann es aber zu durchaus erfolgreichen Ergebnissen führen, wie die Musikschule Ravensburg e.V. seit über 20 Jahren beweist. Kultur kann in seiner Gänze nicht der Beliebigkeit von Sponsoring überlassen werden. Wenn es aber darum geht gezielte Projekte durchzuführen, ist diese Möglichkeit sehr wohl geeignet.

 

Als die Musikschule Ravensburg e.V. im Jahre 1984 ihre erste Produktion die “Entführung aus dem Serail” in Angriff nahm, gab es einen einzigen “Sponsor” - das Kulturamt der Stadt Ravensburg. Bis heute ist die Stadt der größte Sponsor der Musikschul - Oper geblieben. OB Vogler steht nach wie vor zu seinem Wort, dass ihm die Förderung der “Kultur vor Ort” ein besonderes Anliegen ist.

 

Schon bald konnte ein weiterer zuverlässiger Partner gewonnen werden. Die Fa. Coperion Weaschle GmbH aus Weingarten, mit seinem damaligen Geschäftsführer Manfred Wolf an der Spitze, unterstützt seit 1990 regelmäßig diese Aufführungen mit namhaften Beträgen.

 

Weitere Unterstützung erfuhr die Musikschule durch den Landkreis  Ravensburg, die Kreissparkasse Ravensburg, die Schwäbische Zeitung und erstmals durch die Fam. Selinka, die den Betrag des “Ravensburger Musikpreises” dieses Jahr für die “Verkaufte Braut” stiftet.

 

Nur durch diese vielfältige Unterstützung ist es möglich, ein solches Projekt durchzuführen. “Kultur vor Ort” ist ein Begriff, der im wahrsten Sinne des Wortes für die Musikschule Ravensburg e.V. steht. Mehr als 15.000 Schüler sind an dieser wichtigen außerschulischen Bildungseinrichtung bisher ausgebildet worden. Bei über 200 Veranstaltungen im Jahr ist die Musikschule beteiligt oder führt sie selbst durch.

 

Um aber den Gedanken “Kultur vor Ort” noch auf eine breitere Basis zu stellen, wurde die Kunstform Oper ausgewählt. Hier können sich mehrere Kulturschaffende einbringen. Orchester, Chor, Ballett und bildende Kunst. Im Laufe der Jahre wurde diese Kooperation mit verschiedenen Einrichtungen gepflegt. So war von Beginn an der Singkreis ein geschätzter Partner, die Kunstschule entwarf das Bühnenbild für den “Freischütz”, die Ballettschulen Geiss / Uythof waren fast immer dabei. In diesem Jahr wird wieder ganz besonderer Wert auf diese Intention gelegt. Seit 1984 ist das Jugendsinfonieorchester - mehrfach 1. Preisträger bei nationalen und internationalen Wettbewerben - das “Hausorchester”. Die Chorgemeinschaft Grünkraut unter der Leitung von Ulrich Niedermaier bildet den Kern des Chores. Das Bühnenbild wird im Konzerthaus angefertigt. Die Solisten kommen zu einem großen Teil aus der Region oder sind Gesangslehrerinnen an der Musikschule.

 

Für die Zirkusszene konnten Artisten aus Ravensburg und Weingarten gewonnen werden (z.B. “Moscito”). Und - ein kleines Bonbon - Stadtrat Rudi Hämmerle wird den Zirkusdirektor spielen. Die Regie liegt in den bewährten Händen von Kuno Falk, der ebenfalls ein Mann der ersten Stunde ist. Die Gesamtleitung hat MD Lutz Eistert.

 

Bertram Schattel, der Leiter des Musiktheaterarchivs Baden-Württemberg schreibt nach der “Fledermaus”. “Sicherlich sprengt eine derart professionell inszenierte Operette den Musikschulrahmen. Aber man kann Ihre “Fledermaus” durchaus als eine Möglichkeit der “Professionalisierung” von Musiktheaterarbeit an einer Musikschule ansehen. Deswegen werde ich Ihre Aufführung in die nächste Werkbeschreibung als exemplarische Arbeit aufnehmen”.

 

Die Verkaufte Braut ist die tschechische Nationaloper schlechthin. Das böhmische Musikantentum triumphiert hier in Melodien und schwungvollen Tänzen, wobei sowohl die Ballettnummern als auch die lyrischen Gesangspartien so prächtig instrumentiert sind, dass ein schwelgerisch - romantischer Klang von größter Schönheit entsteht. Auch in der deutschen Übersetzung ist deutlich zu erkennen, dass der musikalische Rhythmus der tschechischen Sprache nachempfunden ist. Der üppige sinnliche Klang führt dazu, dass auch die Gesangspartien große glanzvolle Stimmen erfordern; insbesondere die Arie der Marie im dritten Akt (von Smetana später nachkomponiert) ist von großzügiger Linienführung.

 

Auch die einzelnen Typen sind köstlich gekennzeichnet, so der stotternde Wenzel als eher rührende Figur und der aufgeblasene Kezal, dessen große Duett - Szene mit Hans zu den berühmtesten Nummern der Operliteratur zählt.

 

Die Zirkusszene erinnert ein wenig an den “Dritten - Akt - Komiker” der Wiener Operette, wirkt aber nicht unorganisch aufgesetzt, vor allem, wenn sich ein herzlicher Komiker der grotesken Rolle des Zirkusdirektors annimmt. Schließlich soll die sprudelnde, quicklebendige Ouvertüre nicht vergessen werden, die ein symphonisches Meisterstück darstellt und in Konzerten oft als Einleitung oder Zugabe gespielt wird. Die Uraufführung in Prag war zunächst wenig erfolgreich; erst nach einer Umarbeitung in die jetzige drei - aktige Form begann ein Siegeszug an allen großen Opernhäusern der Welt.

 

Aufführungen sind am:

Sonntag, 25. , Mittwoch 28. Und Freitag, den 30. September sowie am Samstag, 01. und Sonntag, 02. Oktober jeweils um 19.00 Uhr im Konzerthaus Ravensburg.

 

Karten sind im Vorverkauf bei der Tourist - Information Weingartner Hof erhältlich.